Europeanization of Multinationals

Europäische multinationale Unternehmen zwischen Europäisierung und Globalisierung im Zeitraum zwischen 1965 und 1990

Mit der Bildung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft setzte in Westeuropa ein Prozess einer verstärkten wirtschaftlichen Kooperation ein. Viele Firmen fusionierten jetzt in aufeinanderfolgenden Stufen mit ihren nationalen und europäischen Wettbewerbern oder gründeten Joint Ventures, um auf dem wesentlich größeren, europäischen Markt konkurrenzfähig zu bleiben bzw. möglichst schnell auf diesen vorzustoßen.

Das Forschungsprojekt untersucht anhand ausgewählter Großunternehmen der Chemieindustrie, mit welchen Entscheidungen und Maßnahmen die Firmen auf die doppelte Herausforderung von konjunkturellem Abschwung und sich wandelnden Marktbedingungen reagiert haben. Das Ziel dieses Projekts besteht darin, die jeweiligen Firmen aus unterschiedlichen Perspektiven – ausgehend vom einzelnen Betrieb, über den Gesamtkonzern, die Branche und den jeweiligen Nationalstaaten bis hin zum Weltmarkt – im Hinblick auf den Strukturbruch und den sozialen Wandel in der Zeit nach dem Boom zu analysieren. Anhand zweier Fallbeispiele aus der Chemieindustrie (Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG / Hoechst AG) wird damit ein Beitrag zur Unternehmens- und Wirtschaftsgeschichte der siebziger und achtziger Jahre geleistet, der die Folgen der beschleunigten Multinationalisierung in Europa beleuchtet. Der Vergleich mehrerer Unternehmen der gleichen Branche ermöglicht es hierbei, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Reaktion auf den konjunkturellen Abschwung, der mit einem tiefgreifenden Wandel der westeuropäischen Industrieunternehmen und -gesellschaften einherging, besonders klar herauszustellen.